Dankersens Chronik in Kürze

Jahr
1181 Der Name Dankersen wird zuerst urkundlich erwähnt. Etwa schon um 1080 ist schon die Rede von einem Ludolf von Thankwardessen, der vermutlich in Dankersen Besitzungen hatte. Daraus läßt sich schließen, daß der Ort schon in dieser Zeit besiedelt war.
1185 Unter dem Bischof Thitmar wird eine Kirche in Dankersen erwähnt.
1287 Bis zu diesem Zeitpunkt gehörte Dankersen zum Kloster Obernkirchen, ging dann aber in den Besitz des Mauritiusklosters in Minden über.
1301 Schlacht im Sandfurt zwischen dem Mindener Bischof Ludolf einerseits und dem Edlen Simon von der Lippe und Gerhard vom Berge andererseits. Hier spielt der sogenannte Notturm (Notthorn) schon eine Rolle. Ein zweiter Notturm stand wahrscheinlich nordöstlich der Besitzung Kirchhof Nr. 1 am Landwehrweg (Lamwer). Nachzuweisen ist er nur durch die Funde bearbeiteter Obernkirchener Sandsteine.
1323 Dankersen wurde Pfarrei
1356 Die Herren vom Berge erwerben das Lehnsrecht über Dankersen
1390 "Otto vom Berge" verpfändet Dankersen an Nikolaus von Hilbardinghausen
1600 Die Pest wütet in Dankersen.
1617 Dankersen erhält den ersten eveangelischen Pfarrer. Kurz vor dem 30 jährigen Krieg wurde der letzte Wolf in Dankersen erlegt.
1621 Ausbruch eines großen Streits zwischen Dankersen und Hasenkamp wegen der Weidegerechtigkeit.
1729 Dankersen hat 29 und Hasenkamp, ein Nachbarortsteil, 5 Hofstellen mit 609 ha Grundbesitz und 550 Einwohnern, die sich in ganz Freie (nur eine Besitzung), Leibfreie, königlich Eigenhörig, Domkapitel Eigenhörig und Neuwohner gliederten.
1783 Von diesem Zeitpunkt wurde der lange Teich (heute Mainstrasse) besiedelt
1800 Nach 1800 wurde durch die Reform des Freiherrn vom Stein die Leibeigenschaft ganz aufgehoben. Mehr über die Situation in dieser Zeit zu sagen, würde diesen Rahmen sprengen. Man muß jedoch bedenken, daß die damaligen Zustände, obwohl uns heute hiervon nur knapp 200 Jahre trennen, an das Sklaventum im grauen Altertum erinnern. Nach dem Frieden von Tilsit taucht zum ersten Mal der Name "Amt Windheim" auf, unter dessen Verwaltung auch Dankersen fällt.
1837 Bau eines Schachtes in Bölhorst ergibt für viele Dankerser neue Erwerbsmöglichkeit
1840 In dieser Zeit etwa beginnt die große Auswanderungswelle nach USA und hält bis etwa 1910 an.
1846 / 1847 Der Bau der Köln-Mindener Eisenbahn, deren Strecke auch durch Dankersen führt, gibt vielen Dankersern neue Erwerbsmöglichkeiten
1879 Die Schule an der Bachstraße wird gebaut.
1910 Die Schule Süd wird gebaut. Dankersen hat 260 Hausnummern.
1915 Der Bau des Mittellandkanals wird begonnen.
1918 Kurz nach der Einweihung bricht der Damm des Mittellandkanals. Der nördliche Teil des Ortes wird überschwemmt. Wie durch ein Wunder kostet das Unglück kein Menschenleben.
1943/44 Die Evakuierung des Ruhrgebietes beginnt. Dankersen war Aufnahmeort für Gelsenkirchen. Viele hundert Frauen und Kinder mußten untergebracht werden.
1951 Dankersen hat 3543 Einwohner, wovon die meisten bei der Bundesbahn, der Post oder anderen Behörden beschäftigt sind. Dankersen hat viele kleine Gewerbebetriebe, jedoch wenige Bauernhöfe. Große Betriebe über 25 ha fehlen ganz.
1960 Im August diese Jahres werden die Mühlenwerke Stahlhut, neben der Kirche das höchste Gebäude im Ort, durch ein Großfeuer vollkommen zerstört. Es kommen keine Personen zu Schaden.
1973 Durch die Gebietsreform verliert Dankersen seine Eigenständigkeit und wird Stadtteil der Stadt Minden.
1991 Der Bau der Bahnunterführung beginnt. Seit Bestehen der Bahnlinie waren die Gleise und die Bahnschranke ein großes Hindernis für den Straßenverkehr. 1992 wird die Unterführung dem Verkehr übergeben.